Archiv nach Kategorie "Deutschland"

Mal gucken, was Hartung und Trenz so treiben

Veröffentlicht in Architektur, Bilder im Dunklen, Deutschland, Künstler, Lichtkunst mit Tags am 6. November 2009 von joernborchert

Da es mir blöderweise nicht möglich war,  während der „rheinpartie“ die Projektion von Detlef Hartung und Georg Trenz auf den Loreley-Felsen bewundern zu dürfen, gelingt es mir hoffentlich nun, ihre Licht-Raum-Installation im CAP Cologne/Halle Zehn zu besuchen.

Pipon hat mir so viel über  sie, ihr künstlerisches Vermögen und ihre akkurate Arbeitsweise vorgeschwärmt,  dass ich da unbedingt hin will.  Alles, was ich von ihnen bisher (nur) im Internet gesehen habe, deutet darauf hin, dass  die beiden wirklich neben schönen Worten auch schöne Bilder auf der Pfanne haben.

Ich bin gespannt.

Zur Veranstaltung in Kölle:

hartung-trenz 2009

KONTINUUM
Ausstellungsdauer: 07.11. – 22.11.2009
Finissage: So. 22.11.09, 15Uhr
ortsbezogene Licht–Raum-Installation von Detlef Hartung und Georg Trenz
www.hartung-trenz.de

Gefördert durch: RheinEnergieStiftung Kultur

Kulturamt der Stadt Köln

Bürgeramt Nippes der Stadt Köln

Fassade – bewegt von urbanscreen

Veröffentlicht in Deutschland, Illumination, Medienfassaden, Museum am 23. Oktober 2009 von joernborchert

So sieht das aus, wenn urbanscreen seine Hände bewegt, um eine Fassade in Bewegung zu versetzen. Zum Beispiel die der Hamburger Kunsthalle:

Das macht doch Freude,  oder etwa nicht. Mehr davon!

Illuminationsversuche auf der Wasserkuppe

Veröffentlicht in Bilder im Dunklen, Deutschland, Lichtkunst, Medienfassaden am 20. Oktober 2009 von joernborchert

Heute las ich in der Fuldaer Zeitung, dass drei Firmen zur Zeit ausprobieren, wie man das Radom auf der Wasserkuppe illuminieren könnte. Diese Firmen sind: Lightline aus Osnabrück, Phillips und Martin Professional aus München sowie die Firma Synenergie. Man versucht es mit Lasern und LEDs.  Was dabei ästhetisch herauskommt (s. Bild aus der Fuldaer Zeitung), ist bekannt: Farben, die nur wenige als schön empfinden und eine Stimmung, die nur die begeistern kann, deren Handys rosafarben sind.  „Im Minutentakt wechselt die Farbe – mal rot, grün, violett, lila, mal ist das Kreiswappen zu sehen, dann das Emblem der ÜWAG oder der Namenszug Radomflug.“ lesen wir da.

Ich wundere mich immer wieder, dass man überhaupt bereit ist, über derartige Formen der Illumination nachzudenken.  Knalleffekte und Kitsch landen kurzzeitig in der örtlichen Presse, die Besucher kommen auch ein einziges Mal, um sich das anzuschauen, doch dann ist die Lichtblase verpufft – und sie kommen nicht wieder.

Wer nachhaltig wirtschaften will, der setzt keine LEDs für ein solches Projekt ein,  auch keine Laser, sondern wählt Mittel, die in der Lage sind, mehr als Kitschlicht zu liefern.  Vor allem aber fragt er sich, was der Mehrwert eines solchen Aktion sein soll. Bloß buntes Licht Kreiswappen und Firmenlogos? Wen soll das nachhaltig begeistern? Und schon gar auf der Wasserkuppe, die ja nicht gerade in einem Ballungsraum liegt.

Erfolgreich kann eine solche Illumination nur sein, wenn Sie eine Story erzählt, die Fantasien in Gang setzt. Und sei sie noch so kurz. Fantasien, die Freude machen. Fantasien, die uns über die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft nachdenken lassen. Eine Story, die mehr bewegt als nur die Augen in unserem Kopf…. Und wenn sie stimmt und gut durchdacht ist, dann lockt sie womöglich sogar Übernachtungsgäste an und spült ein wenig Geld in die Gemeindekasse.

Mir schwebt da also etwas Anderes vor. Zum Beispiel eine Geschichte, die mit dem Blick auf die Erde beginnt:

FGAN Erde und Mond klein www

Projektion auf das Radom in Wachtberg
(Skizze von JB, veröffentlicht im April 2007)

Bin gespannt, was daraus wird.  Auf der Wasserkuppe und in Berkum.

Rheinpartie – Strahlende Nächte am Mittelrhein

Veröffentlicht in Bilder im Dunklen, Deutschland, Hintergründe/Historisches, Illumination, Lichtkunst am 21. September 2009 von joernborchert

skertzo rheinfels

Anfang Oktober werden die Nächte spürbar länger.  Auch am Mittelrhein.  Doch da werden sie nicht nur länger,  sondern auch heller, bunter und so faszinierend, dass auch Tagmenschen graue Ringe unter  ihren Augen in Kauf nehmen werden, um sich die „rheinpartie“ nicht entgehen zu lassen. Ein Lichtspektakel, das in Deutschland wohl einzigartig ist. Quantitativ wie qualitativ.  Projektionen, Illuminationen und Lichtgezauber der Extraklasse.

Die Highlights des Weltkulturerbes „Mittelrheintal“ und Kirchen wie Fassaden sollen allerorten atemberaubend in Szene gesetzt werden. Projektionen von Skertzo/Paris auf Burg Rheinfels lassen sie in die Geschichte eintauchen, wie Sie es noch nie erlebt haben.  Die Projektionen auf die Loreley werden Sie über unsere Sprache  und die auf die Germania bei Bingen (ETC/London) eindrucksvoll darauf aufmerksam machen, dass alles im Fluss  ist.  Die Kultur, die Sprache, politische Überzeugungen und Sichtweisen. Welcher Fluss ist besser geeignet als der Rhein,  all das sicht-, erleb- und fühlbar zu machen?

loreley

Projektion Hartung Trenz (Köln/München)

Ein Event, das sie allein schon deshalb nicht verpassen sollten, weil sie dabei erfahren werden, dass Manches – in der Nacht betrachtet – anders aussieht als am Tag. Vieles sogar heller und faszinierender  und so, dass Sie danach gar nicht anders können, als die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Termin: Freitag, den 2. bis Sonntag, den 4. Oktober 2009

Die Höhepunkte der Rheinpartie hier>

Die Orientierungskarte der rheinpartie hier>

Das komplette Programm hier>

Ich fahr hin! Auf jeden Fall!

Und wenn Sie da waren, dann würde ich mich freuen, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen mitteilen würden.

Illuminationsmanufaktur

Veröffentlicht in Deutschland, Lichtkunst, Projektionen mit Tags am 30. November 2008 von joernborchert

Es ist bekannt, dass ich kein großer Freund von Lasern bin. Die Farben gefallen mir nicht und der Esprit, den sie rüber bringen, gefällt mir auch nicht. Irgendwie zu hightech und zu brachial. Mir fehlt da die Romantik.

Ich muss aber zugeben, dass einige Realisationen der Illuminationsmanufaktur schon was haben, was mich anspricht. Mal schauen, wann ich Gelegenheit finde, eine ihrer Illuminationen real zu erleben. Ihre Homepage ist jedenfalls außergewöhnlich informativ und das Team rund um Oliver Bienkowski wirkt sehr sympathisch.

Licht aus Ostwestfalen: theNightLab

Veröffentlicht in Deutschland, Europa, Lichtkunst mit Tags , am 13. November 2008 von joernborchert

nightlab

Als Ostwestfale freue ich mich natürlich, dass es auch in Bielefeld eine Firma gibt, die die Nächte bunter macht und der Imagination Flügel verleiht: The NightLab.

Lichtkunst, Lichtinstallationen und Light-Events bietet die Firma an.  Zuletzt war ein Werk von NightLab in Bocholt zu bewundern. Auch die anderen Referenzen auf der Website zeigen, dass es das Team um Matthias Strobl versteht, mit Licht Stimmungen zu erzeugen.

Die Firma sollte man im Auge behalten.

Homepage: NightLab

Spektrale 2008: Licht und Farbe in der digitalen Welt

Veröffentlicht in Deutschland, Konferenzen mit Tags , , am 8. November 2008 von joernborchert
spektrale-2008
Erstmalig findet am 13./14. November 2008 in Mainz eine interdisziplinäre Tagung zur LED-Technologie und Trends in den Bereichen „Farbe und Licht“ statt. Die Spektrale 2008.
„Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Tagung liegt auf der Weiterentwicklung der LED-Technologie und deren Bedeutung für die audiovisuellen Medien sowie auf weiteren Formen der Hightech-Beleuchtung und Farberzeugung im neuen Jahrtausend. Die Vortragsthemen reichen von den physikalischen Grundlagen des Lichtes über die Materialität der Farben bis hin zur Filmrestaurierung oder der Ästhetik fluoreszierender Farben auf der Theaterbühne. Die Organisatorinnen der durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation geförderten Tagung sind Univ.-Prof. Dr. Claudia Felser vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie und PD Dr. Susanne Marschall von der Filmwissenschaft der Universität Mainz. “ Das lesen wir in der Ankündigung.
Folgende Menschen und Vorträge können Sie dort sehen und hören:

Dr. Oliver Morsch
(Dipartimento di Fisica, Università di Pisa)
Vom Regenbogen zum Laserkamm – Materie, Licht und Farbe in der Physik

Prof. Dr. Matthias Brinkmann
(Fachbereich Optotechnik und Bildverarbeitung, h_da Hochschule Darmstadt)
Physikalische Grundlagen zu Licht und Farbe

Dr. Jens Soentgen
(Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg)
Weiße Flecken: Die Geschichte des Titandioxids

Prof. Dr. Carsten Sönnichsen
(Nanobiotechnology-Group, Institute for Physical Chemistry, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Farbentstehung durch selektive Lichtstreuung

Prof. Dr. Armin Reller
(Institut für Physik, Universität Augsburg)
Sind Ressourcen für effiziente Lichtsysteme limitierend?

Dr. Erken Schmidt
(Phillips Lighting Academy)
LED und OLED Roadmaps bis 2010

Markus Helle
(HIGHLIGHT Verlagsges. mbH)
Die LED: Eine Technik verändert den Lichtmarkt

Prof. Dr. Christine Noll Brinckmann
(Institut für Filmwissenschaft, Universitäten Zürich und Berlin)
Die filmischen Farben zum Leuchten bringen: Vortrag mit eigenem Filmbeispiel

Prof. Dr. Heiko Hecht und Dr. Daniel Oberfeld-Twistel
(Psychologisches Institut, Interdisziplinäres Forschungszentrum für Neurowissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Raumwahrnehmung und Farbe

Prof. Dr. Thomas Römhild
(Lehrstuhl für Architectural Lighting Design, Hochschule Wismar)
Kulturelle Gesichtspunkte bei der Verwendung von Lichtfarben

Dr. Birgit Maria Leitner
(Bauhaus-Universität Weimar)
„Fontainebleau“ oder das Werden des digitalen Blaus

Prof. Harald Pulch
(Institut für Mediengestaltung, Fachhochschule Mainz)
Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Filmrestaurierung

Christoph F. Bruggaier
(Cineparts München)
LED-Licht für die Kamera: Möglichkeiten und Grenzen in der praktischen Umsetzung

Prof. Dr. Tadeusz Krzeszowiak
(Fachgebiet Bühnenlicht, Lichtregie und Beleuchtungstechnik, Institut für Theaterwissenschaft, Universität Wien)
Licht und Farbe am Theater

Mehr Informationen:  http://www.spektrale2008.de

Die ganz Schnellen finden das Booklet zur Tagung (Programm, incl. Abstracts und Bios der Referenten) HIER.

Lübeck: Luxaccustica

Veröffentlicht in Deutschland, Lichtkunst, Projektionen mit Tags , , , am 7. November 2008 von joernborchert


Copyright: Manthey Event GmbH

Ich freue mich, wenn ich sehe, dass nun auch in Lübeck Licht und Nacht genutzt werden, um ein außergewöhnliches Erlebnis möglich zu machen. Doch warum müssen in Deutschland Grossbildprojektionen immer von „bombastischem Sound veredelt“ werden? Ich habe in Frankreich Projektionen gesehen, die eher von leisen Tönen und Geräuschen untermalt waren. Wirkten viel emotionaler und daher eindringlicher. Begeisterten alle, taten aber keinem weh.

Wie auch immer, zumindest optisch scheint diese Veranstaltung ganz schön zu werden. Denke ich mir zumindest, wenn ich mir die Fotostrecke in den Lübecker Nachrichten ansehe und den Text dazu lese.

Wenn Sie diese Veranstaltung besucht haben oder daran mitwirkten, würde ich mich über einen „Erlebnisbericht“ freuen.

Jena: „Luce. Der Ton der Farben“ – Ein Augen- und Ohrenschmaus zum Abschluss des Wissenschaftsjahrs

Veröffentlicht in Deutschland, Europa, Lichtkunst mit Tags , , , am 5. November 2008 von joernborchert

Das Lichtkonzert „Luce. Der Ton der Farben“ bildet den Abschluss des Wissenschaftsjahres 2008 in Jena.

rosalie

„Alexander Skrjabins Prometheus-Sinfonie wird durch eine spektakuläre Licht-Raum-Installation der renommierten Stuttgarter Künstlerin rosalie eine völlig neue ästhetische Umsetzung erfahren; dabei werden in der Lichtstadt Jena nicht nur Licht und Musik, Farbe und Klang, sondern auch Wissenschaft und Kunst auf faszinierende Weise zusammenspielen und etwas Neues und Einzigartiges schaffen. (…)
LEDs machen’s möglich.

Nix wie hin!

Termine: 19. – 21. 12. 2008

Ort: Volkshaus/Jena

Lichtkünstlerin: rosalie/Stuttgart [Bio]

Alle weiteren Informationen hier.

Dissertation: „Das große Licht“ – Die Schriften Paul Scheerbarts und der Lichtdom von Albert Speer

Veröffentlicht in Deutschland, Europa, Hintergründe/Historisches, Lichtkunst am 2. November 2008 von joernborchert

„Der Lichtdom auf der Zeppelinwiese“. Parteitag 1938 in Nürnberg

Ich habe keine Ahnung, wie viele Dissertationen es gibt, die die Kunstgeschichte mit der Zeitgeschichte und zugleich die Lichtkunst mit der Politik verknüpfen. Viele dürften es nicht sein.

Eine davon ist die 1997 von Anne Krauter verfasste Dissertation mit dem Titel „Die Schriften Paul Scheerbarts und der Lichtdom von Albert Speer – „Das große Licht“, die dankenswerterweise online veröffentlicht wurde.

Hier die Kurzfassung:

„In seinen Schriften entwickelt Paul Scheerbarts sukzessive Ideen zu einer erdumspannenden, farbig funkelnden Glasarchitektur. Sie soll als visionäre Architekturkonstellation immer wieder neue Seherlebnisse ermöglichen. Hierfür sieht Scheerbarts Entwurf die Wirkung des elektrischen Lichts als umfassendes Gestaltungsmittel im großen Stil vor. Albert Speers „Lichtdom“ dagegen gilt als die bisher größte und massenwirksamste Lichtinstallation, bei der ausschließlich elektrisches Licht eingesetzt wurde. Sie wurde anlässlich der Reichsparteitage der Nationalsozialisten in Nürnberg realisiert und nach 1945 von Speer als eine avantgardistische Idee mit entmaterialisierenden Tendenzen vorgeführt. Nicht allein die Summierung gewaltiger Scheinwerfer von großer Leuchtkraft, sondern auch seine rezeptionsgeschichtliche Sonderstellung machen die wohl populärste Lichtinszenierung des 20. Jahrhunderts zu einem unverzichtbaren Objekt der Untersuchung. Denn Speer, einst enger Vertrauter Hitlers, setzt das ephemere Werk nach dem Ende der nationalsozialistischen Ära gezielt für eine Rehabilitierung seiner Person als genuin künstlerisch ambitionierter Architekt ein.

Damit lässt sich der Bedeutungsumfang der Lichtmetapher für die Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert bis zur Jahrhundertmitte abstecken. Das Augenmerk richtet sich auf Scheerbart und Speer, gerade weil sie unter dem Lichtaspekt so weit auseinanderliegende Absichten verfolgten. Vorderhand geht es hier darum, für Scheerbart wie für Speer den jeweiligen Werkzusammenhang zu rekonstruieren und so die weitverzweigten Hintergründe zu überschauen.“

Auch wenn es diese Kurzfassung nicht andeuten mag, eine Dissertation, die sich gut liest und auch für die Lichtdesigner interessant sein dürfte, die mehr über die Geschichte ihres Metiers wissen wollen.

Schließlich werden Lichtinszenierungen, die an die Lichtdome Albert Speers erinnern könnten, deswegen in der Gegenwart immer wieder heftigst kritisiert. Der Lichtkünstler Gert Hof dürfte davon ein Lied zu singen wissen.

Zur Online-Version der Dissertation von Anne Krauter hier entlang und zu einem Beispiel für Kritik an Gert Hof da weiter.